Was auf der re:publica 2014 seinen Anfang fand, gipfelte nun im 2. BarCamp in Bonn, dass Johannes, Sascha und ich organisierten.

2016-02-27_Badge_KarinBarCamp heisst: die Organisatoren stellen einen Rahmen, aber kein Programm. Das Programm bringen die Teilnehmer mit. Morgens in der ersten Session (Veranstaltungspunkt) kann jeder, der etwas präsentieren oder diskutieren möchte, kurz 2 Sätze dazu sagen. Dann heben manche TeilnehmerInnen die Hand, weil sie Interesse haben und dann wird ein Raum zugeteilt. Hebt keiner die Hand, gibt es kein Interesse, gibt es keinen Raum.

„Bonn neu denken“ war die von uns gewählte Überschrift unter die man doch nun wirklich viel packen konnte.

2016-02-27 10.56.37
Vor der Session noch schnell ein Foto machen

Es gab 41 Sessions gehalten von 46 TeilnehmerInnen (manche waren zu zweit). Von den 46 Speakern waren 13 Frauen. 1 Frau war im ganz großen Raum, 1 Frau im zweitgrößten Raum und alle anderen Frauen in den kleinen Räumen oder draußen.

Es gab 5 Bonn-spezifische Themen, die man genau so in keiner anderen Stadt hätte machen können und 5 Bonn-nahe Themen, die man für andere Städte adaptieren könnte (wie etwa Social Media im Ehrenamt. Es ging zwar um Bonn, aber genau so, könnte man das für viele Städte auch fragen).

Insgesamt war es ein BarCamp mit hohem Digitalfokus. Wunderbare Ideen kamen zusammen und den ganzen Tag wurde genetzwerkt, was das Zeug hielt.

Das Wichtigste an unserem BarCamp ohne Thema ist für mich, dass Menschen aus einer Stadt zusammenkommen. Sie mögen unterschiedliche Themen haben, die ihnen auf dem Herzen liegen, aber sie alle engagieren sich für diese Stadt. Den größten Fehler den viele Menschen meiner Meinung nach machen ist der, dass sie nicht mehr aus ihrer Filterbubble rauskommen. Das gilt nicht nur für digitalaffine Menschen. Das gilt auch für karnvalsvereinaffine Menschen oder kräuterinteressierte Menschen oder oder oder.

Man steckt also in seiner eigenen Glaskugel. Die einen sind in einer Kulturblase, die anderen in einer Foodblase, die nächsten in der Ehrenamtblase, weitere in der DIY-Blase ….

2016-02-27 18.09.47Aber zum BarCamp kommen sie raus. Da holt sich dann jeder Tips von jedem. Für mich ist das ein ganz wichtiger Aspekt der vernetzten Kommunikation. Als ich noch bei der Telekom arbeitete, führten wir ja ein neues Kommunikationstool ein, das Social Media Aspekte beinhaltete. Wir plädierten dafür, dass „Projekte“ keine geschlossenen Gruppen zum Wissensaustausch machen, sondern offene. Ziel dessen ist, dass auch „themenfremde“ Kollegen kommentieren könnten. Das ist für uns erstmal ungewohnt, denn dafür gibt es ja die Experten. Aber manchmal ist es sehr befruchtend, wenn ein „Fremder“, dir seine Außensicht wieder gibt.

Das BarCamp 2016 war für mich ganz ganz groß. Die TeilnehmerInnen kamen mit unglaublicher Motivation, wo in 2015 vielleicht noch mehr Skepsis und „Naja … mal schauen was das da in Bonn werden soll“ war.

Diese Motivation wurden genutzt für Gespräche allerorts. Viele fiebrige Augen in denen ich neue Ideen sah,  begegneten mir den ganzen Tag über an der Theke, die mein Stammplatz ist.

Nach dem BarCamp 2015 trafen sich Johannes, Sascha und ich montags zur internen Auswertung und waren glücklich, aber echt geschlaucht. Dieses Jahr waren wir zufrieden, sehr kritisch mit der Eigenleistung und sind von 1 Sekunde zur nächsten schon in den „2017 wird der Kracher“-Modus umgesprungen.

Final entschieden haben wir das noch nicht. Wir machen es nämlich auch abhängig von 2-3 Großsponsoren. Sagen die zu und wir können sicher sein, dass es uns nicht in den Ruin treibt, dann sind wir aktuell sehr motiviert, weil wir viele Ideen haben.

2015 war spitze und 2016 super.

Aber wenn wir 2017 nur auf der Routine basierend ein drittes BarCamp durchziehen, dann wäre das mir und zum Glück auch meinen Mitstreitern zu wenig.

Wir müssen uns innerhalb des Formats neu erfinden. Das werden wir. Versprochen.

  1. […] 2016 war toll, aber wir werden uns neu erfinden (Curry and Culture) […]

  2. […] blei­ben beim Thema Bar­Camp. Ka­rin Ku­beck, eine der Or­ga­ni­sie­ren­den blickt zu­rück und ver­spricht zwar noch kein Bon­ner Bar­Camp 2017, da­für aber fol­gen­des: „Wir […]

  3. Hallo Karin,

    ihr macht es echt spannend 🙂 Ich freu mich schon drauf.

    Liebe Grüße, Stephanie

  4. […] Curry and Culture […]

Hinterlassen Sie eine Antwort