Schafft endlich Parteien ab

Krieg ist die größte Pervertierung in der Gewalt ausgelebt wird.

Aufklärung ist für mich die wichtigste Waffe gegen Krieg.

Mein Leben lang mache ich mir Gedanken um Krieg. Einmal ist da die eigene Familie: Großeltern, die in beiden Weltkriegen an der Front waren, Eltern die keine Kleinkinder im Zweiten Weltkrieg waren.

Was haben meine Eltern alles gesehen? Wie hat sie das geprägt? Was davon geben sie weiter an mich und die Enkelkinder? Das Thema Kriegskinder und Nachkriegskinder nimmt einen großen Platz in meinem Leben ein, weil ich irgendwann begriffen habe, was Krieg auch mit der nachfolgenden Generation macht, selbst wenn man diesen gar nicht selber erlebt hat.

Diese Erfahrung läßt mich jeden Tag Nachrichten ansehen und ich denke daran, was es an Verlust für die Generation, die den Krieg erleben muss bedeutet und eben auch für die folgenden Generationen, die nicht zur Ruhe kommen werden, weil die Eltern und Großeltern leise leiden.

Als ich 18 Jahre alt war, fing ich an mich in der Freiwilligenbewegung zu engagieren. Aussöhnung zwischen Jugendlichen, Zusammenarbeit zwischen West und Ost, dass waren meine Schwerpunkte.

Große Politik verstehe ich nicht. Die Zusammenhänge sind zu komplex. Ich kann kleine Teilbereiche manchmal in meinen naiven Worten darstellen, aber auch das ist schwer. Oft hat man ja eine Meinung, aber ich würde sie nicht diskutieren wollen, weil ich weiß, dass mir in vielen Bereichen das Wissen fehlt und ich auf vorgebrachte Argumente keine Erwiderung hätte.

Seitdem ich wählen darf, gibt es 2 Parameter, die eine Partei erfüllen MUSS, damit ich sie wähle:

  1. Sie muss demokratisch sein
  2. Sie muss gegen Bundeswehreinsätze im Ausland sein

CDU und FDP waren damit immer ausserhalb meiner Wahlmöglichkeit. 1992 zog dann die SPD nach und 1998 passierte für mich die Katastrophe, da die Grünen mit dem Amtsantritt 1998 dieses unantastbare Gesetz (so dachte ich), aushebelten.

Seit damals habe ich bei jeder Wahl ein Problem, wenn ich eine etablierte Partei wählen möchte. Die Linken waren damals im Westen noch kein großes Thema. Heute ist das schon normaler, wenn man sie wählt.

Aber jetzt gibt es für mich noch 3-4 andere Punkte die ich ganz wichtig fände und die ich umgesetzt sehen möchte und schon wird es schwierig.

Habt ihr euch mal durch Wahlprogramme von z.B. Die Violetten gelesen? Ich leider ja und seitdem verzweifele ich einfach nur.

Abgesehen davon sehe ich mittlerweile auch keinen Unterschied zwischen CDU, SPD und den Grünen mehr und finde deshalb, dass man Parteien auch direkt abschaffen kann.

Die Grünen befürworten deutsche Kriegseinsätze und Angela Merkel stoppt Atomkraft. Meine Jugend war von „Atomkraft – Nein Danke“ Demos bestimmt auf denen ich laut war und damals war man noch ein grüner Spinner. Utopien.

Heute gibt es keine Utopien mehr bei den Etablierten mit denen man mich hinter eine Partei bringen will.

Alle hecheln der kapitalistisch getriebenen Marktwirtschaft hinterher, alle sind für Kriegseinsätze, alle sind gegen Atomkraft, alle sind Vertreter der Wirtschaft.

Die Unterschiede liegen im Detail. Aber genau diese Details interessieren mich nicht. Dafür habe ich keine Zeit, weil ich arbeite und das nicht zu knapp als Selbstständige. Alle Parteien waren für einen Mindestlohn. Die einen wollten nur 8€, die anderen 10€, wieder andere 12€ … ich übertreibe nun und sage „Ist mir egal, wie viel der Mindestlohn ist.“.

Wichtig wäre mir ein Konzept dazu, dass verhindert, dass Menschen ausgebeutet werden, dass Wirtschaft nur noch überlebensfähig ist, wenn sie Menschen ausbeutet und ich als Bürger nur noch überleben kann, wenn ich Produkte die mit viel Leid und Menschenmisachtung erstellt wurden kaufe, weil mein Gehalt aus meinen 2 Jobs nicht ermöglicht, dass andere Menschen in Würde ihre Arbeit erledigen dürfen.

2015-08-04 17.51.52Konzepte passen nicht auf Plakate. Auf Plakaten stehen die Namen. Ashok Alexander Sridharan oder Besser Ruhenstroth-Bauer.

Die meisten Menschen werden dann Detailfragen wie „Bleibt das Friesi geöffnet oder nicht?“ entscheiden lassen. Mir ist das persönlich egal. Tatsache ist: Bonn hat ein massives Haushaltsproblem. Ich möchte, dass das mal jemand in den Griff kriegt. Langfristig. Dafür muss man Entscheidungen treffen für die einen viele Menschen hassen.

Die Entscheidung zu den Schwimmbädern ist aber so klein und nichtig … sorry … da müssen mal größere Pläne her. Wie will man Bildung in Bonn langfristig gestalten, damit Bonner Kinder sehr gute Arbeitsmarktchancen haben? Wie spielt Sport und das Erlernen von Schwimmen in einer Region mit dem Rhein dort hinein? Was benötigt es dafür auch an digitaler Unterstützung und wie sieht die Telekom da ihre Rolle? Kann man eine Modellstadt für Multikopter Versuche  werden und so noch etwas Geld aus den Taschen der Post leiern? Wo sieht man sich in 50 Jahren und welche Infrastruktur muss dafür geschaffen sein? Will man wie fast alle zu einer Stadt ohne wiedererkennbares Zentrum werden? Also Systemgastronomie für Architektur und wie bekommen wir dann noch Tourismus in die Stadt? Was machen wir überhaupt für den Tourismus?

Ja, Bäderschließung ist scheiße. Aber es braucht grundsätzlichere Entscheidungen und die fehlen mir bei allen.

Jetzt werden viele unken und sagen „Beschäftige dich halt mehr mit Politik, dann siehst du auch die Konzepte“, aber das finde ich ein schlechtes Argument. Politik muss verständlich sein, auch wenn ich nur wenig Zeit habe mich damit auseinander zu setzen. Und das ist sie aktuell nicht.

Ich nehme Parteienpolitik war als „Ja, aber die SPD hat ja nicht … .“ „In der Regierungszeit der CDU wurde nicht…“ „Die Grünen sind eh gegen alles…“ und auf Twitter ist es dann noch ein Level tiefer, denn da twittern sich dann CDU und SPD Politiker immer gegenseitig an und erzählen sich ihre Versäumnisse. „Du hast nicht…“ Echter Kindergarten.

Wie viel Zeit hätten die alle, wenn sie nicht dauernd die anderen beschuldigen müssten. Und es ist ein absolut unsexy Verhalten. Aber die, die ich wähle sollen sexy sein. Und sexy sind Menschen mit Visionen und gutem Kommunikationsstil.

Was ist die Zukunft von Politik? Glaubt ihr ehrlich, dass es in 100 oder 200 Jahren noch so aussieht wie heute? Ehrlich gesagt, frustriert mich diese Vorstellung.

 

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