Zyklus-Apps – Wunschzettel an euch

Gestern hab ich euch erläutert, dass ich so wahnsinnig enttäuscht bin. Erstens, weil mir Zyklu-Apps als „ich hab da ne total tolle Idee gehabt“ verkauft werden und ich versucht bin die handgeschriebenen Zettel von Millionen von Frauen raus zu kramen und zu schreien „Hier, machen Frauen seit 1600 Jahren!“. Zweitens nervt es mich auch, dass ich Frauen auf Konferenzen nur über dieses Thema bzw. Healthcare wahrnehme und mir dadurch bewußt wird, wie wenig sich gesellschaftlich bei der Gleichstellung von Mann und Frau getan hat.

Mir ist noch während der Analyse, was die heutigen Apps können aufgefallen, wie vielespontane Ideen ich habe, was die Apps können MÜSSEN, damit sie anfangen interessant zu werden. (Zumindest für Frauen. Damit Männer weibliche Gesundheit wahrnehmen muss ein weiterer gesellschaftlicher Wandel stattfinden, da hilft keine App.)

1. Wenn die aktuellen Hersteller von Fitness-Trackern oder Healthcare Apps sich weigern weibliche Grundlagen unserer Gesundheit in ihre Apps zu integrieren, dann müssen als Minimum Schnittstellen zu selbigen geschaffen werden.

2. Die Apps müssen anfangen Relationen aufzuzeigen. Ich möchte beispielsweise die letzten 6 Zyklen nebeneinander sehen und zwar jeweils mit meinen Launen. Gibt es da Auffälligkeiten? Oder eben die Temperatur über 6 Monate zusammengefasst anzeigen: kann ich da etwas typisches für meinen Körper sehen? Lauter solche Dinge und das bitte mit einem Klick. Nicht 6 Screenshots und die dann nebeneinander legen. Meinetwegen als PDF per email, damit man es auf größeren Bildschirmen gut sehen kann.

3. Die Option, dass man irgendwo die Krankheiten derer mit denen man zusammenlebt eintragen kann, wäre auch nicht schlecht.

4. Automatisierte, aber personalisierbare Emails versenden können, wenn man dem Lover sagen möchte „Geht auch wieder ohne Kondom, wenn du Lust hast ….“ oder dem Mann natürlich mitteilen „Schatz, bin fruchtbar und rattig.“

5. Personalisierte Werbung ist hier wichtig. Nutzt es jemand um schwanger zu werden, dann natürlich viel Werbung, die einen gesundheitlich unterstützt und kräftigt und wenn man dann schwanger ist, dann natürlich Babysachen, Kindergarten etc. Wenn ich die App aber zur Verhütung nutze, dann möchte ich die Option genau so was ausblenden zu können. Vielleicht dann eher die lokalen Cocktailparties bewerben oder so 🙂 Aber vielleicht nutze ich es ja auch zur Gesundheitsfürsorge oder bin im Wechseljahralter … also … entsprechend anpassen bitte.

6. Email an Freundin oder Freund automatisiert raussenden, wenn Frau ihre Tage kriegt und dann Schokoattacken ausgesetzt ist. Kommen Freund oder Freundin nun mit Schokolade nach der Arbeit nach Hause, könnte sich das positiv auf die Gesamtlaune im Haushalt auswirken 🙂

7. Erinnerung 2 Tage vorher, dass Schokoladenattacken anstehen. Somit kann man selber rechtzeitig alles aufstocken und muss dann nicht mehr raus, wenn es so weit ist oder sich des Nächtens rumwälzen.

8. Ich möchte, dass ich Dinge, wie Periode und Eisprung mit einem Klick in meinen Kalendar übertragen kann. Plane ich also die nächste Besteigung des Matterhorn, muss ich nich erst die App wechseln, sondern sehe direkt „Hm … an dem Tag vielleicht nicht die härtesten Touren“.

9. Bei all den Daten wäre es aber einfach sehr sinnvoll, wenn ich als Userin ernst genommen werde und die Pharmaindustrie, Gesundheitspolitik auch ein Interesse an diesen Massendaten hat.

Eigentlich wünsch ich mir ja nur eins (2-3-4-5) :

Als Frau von der Pharmaindustrie und der Gesundheitspolitik ernst genommen zu werden.

Keine Startups in Finalen von Wettbewerben, die überhaupt nichts Neues erfunden haben.

Frauen auf Konferenzen endlich anders wahrnehmen als die „süßen Dinger“, die sich um Zyklus, Kinder und Bildung kümmern.“

Keine Jurys mit 11 Männern, die die Startup Szene bewerten.

Männer, die verstehen, dass der Zyklus zwar ein Mechanismus ist, der es ermöglicht schwanger zu werden, aber für die Gesundheit der Frau wesentlich mehr bedeutet und endlich auch in seiner Komplexität wahr genommen wird.

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