Bonner Linktipps der Woche vom 10. – 16. November 2014

Bekannterweise bin ich ja ein Fan des Blogaggregator Bonner Blogs. Da muss ich nicht mehr selber den Reader füttern, sondern werde durch nur einen Klick gefüttert. Ich kann chronologisch lesen oder über die Suche nach einen Wort suchen und mal schauen, was kommt oder klicke links auf eine der Kategorien und schaue, was da so geschrieben wurde.

Bei über 400 Blogs, die wir mittlerweile dort gesammelt haben, ist es wahrlich eine wahre Informationsflut, die einem da entgegenkommt mit einem Klick. 400 Bonner, die sich außerhalb des General-Anzeigers journalistisch engagieren und ihr Bild dieser Stadt präsentieren.

Das finde ich großartig.

In dieser Woche habe ich mal versucht eher querzulesen als sonst und euch Artikel vorzustellen, die zumindest in meiner Filterbubble sonst eher nicht erscheinen.

1. Laßt mich vorstellen: Das Bundesamt für Magische Wesen.

Magie
Foto von Mike Haufe

Natürlich ist das in Bonn, wo ja alle wichtigen Ministerien sind und wir wollen hoffen, dass dieses Ministerium nicht auch nach Berlin wandert. Im Ernst? Glaubt ihr das? Gibt es das?

Die Behörde hat sich im vergangenen Jahr der Fantasy Autor Maresch ausgedacht, der mittlerweile auch einen Werbefilm gedreht hat der in den Kinos läuft und nun auch übersetzt werden soll ins Englische und Russische. Er will den Wahnsinn des deutschen Behördentums anderen humorvoll näher bringen und tatsächlich gelingt es ihm in den letzten Wochen viel Aufmerksamkeit zu bekommen und auch mich amüsiert der ein oder andere Beitrag. Der Blog oben ist allerdings von jemandem, der die Hintergründe erläutert, was ich sehr gut finde.

2. Während Bonn also Heimat dieses Ministeriums geworden ist, kommt der UN Generalsekretär nach Bonn um seine Mitarbeiter zu besuchen und sagt: Bonn ist ein exzellenter Standort.

Bonn
Foto von Matthias Zepper

Nein, der Blogbeitrag ist nicht lesenswert und eigentlich eher nur eine kurze News, so wie der Blog eine Aneinanderreihung von News ist von der UN. Aber manchmal fängt man an nachzudenken, so wie ich über den „exzellenten Standort Bonn“.

Ich bin ja bekennende Liebhaberin dieser spießigen kleinen Stadt an Rhein und oute mich damit selber als exzellente Spießbürgerin.

Aber meiner Meinung nach haben wir eigentlich das komplette Potential für Erfolg, Reichtum, Witz, Tourismus, Musik, Entspannung, viel Lachen und Leben und Internationalität. Wir sind in 20 Minuten am Flughafen oder in Köln. Wir können die Füße in den fließenden Rhein hängen, Beethoven lauschen, in der Eifel wandern oder im Bergischen Land und sind eine der kinderfreundlichsten Städte in Deutschland. Wir haben eine große internationale Tradition als ehemalige Hauptstadt und in 50 Minuten sind wir mit dem ICE in Frankfurt und haben 2 DAX Konzerne, die UN, eine Uni, Haribo…. so schlecht geht es uns nicht in Bonn.

Ich empfinde uns oft als dieses verwunschene Städtchen, das das Tor zur Welt ist.

Nun sagt der UN Generalsekretär also, dass wir Potential haben und ich stimme zu. Aber genau jetzt fängt das Bonner Dilemma an: wir haben keine Vision in Bonn. Nix. Gar nix. Wer wollen wir sein? Hauptstadt. Srsly! Die Köpfe der „alten Bonner“ sind noch immer voll mit dem Wunsch endlich wieder Hauptstadt zu sein. Endlich wieder Bedeutung haben. Endlich wieder das Geld und den Glanz der damaligen Zeit haben.

Man müsste in dieser Stadt einfach mal alle alten Zöpfe abschneiden und von vorne anfangen. 100 Bonner sollten mal ihre Vision auf ein Papier malen. Wofür soll Bonn in der Zukunft stehen? Da denke ich nun wegen dieser kurzen Meldung drüber nach.

3. Es ist aber letztendlich die Woche in der Alexander Gerst zurück auf der Erde gekehrt ist und die Outer Space Ausstellung der Bundeskunsthalle noch läuft.

Universum
Foto von Jonas Ginter

Wenn ich von etwas gar keine Ahnung habe und es mich nicht interessiert, dann dieses ganze Raumfahrt-, Astrologie- und Universumsgedöns. Aber Alexander Gerst und überhaupt der DLR erreichen mich in diesen Wochen und zwar positiv. Warum? Sie twittern. Und Twitter ist mein Medium.

Jeden Tag berichtet der DLR Interessantes auf seinem Account, macht ein kniffeliges Quiz und verlost Leuchtkulis und reißt sehr viele Witze und beweißt unglaublichen Humor. Das macht so viel Spaß, dass ich es lese und das ein oder andere schon lernte.

Alexander Gerst twitterte ebenfalls eifrig aus dem Weltall und verschaffte mir Einblicke, die mich vorher nicht interessiert hätten.

Danke an beide dafür.

success
Foto von Flazingo Photos

4. Und dann fiel mir dieser kurze Rant in den Blogs auf mit dem Thema „Glückliche Mitarbeiter sind wichtig für den Unternehmenserfolg – ich könnte kotzen …

… und dem herrlichen Satz darin „Ja mein Gott, wie viel gesunder Menschenverstand und wie viel gesundes Menschengefühl müssen uns abhanden gekommen sein, zu glauben, dass das alles NICHT so ist?“

Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Ich sollte viel öfter mal auf die ganzen schlauen Binsenweisheiten, die mir so entgegen schlagen genau mit diesem Satz antworten „Ja mein Gott, wie degeniert sind wir denn, dass wir glauben, es könnte anders sein?“

5. Das Internet ist ein hartes Medium, denn es folgen Themen aufeinander, die niemand in einem Drehbuch hintereinander schreiben würde. So stelle ich den Blogbeitrag von Michael über seine gerade verstorbene Mutter ans Ende: 50 Stunden – der Abschied

love
Foto von Hartwig

Mein Beileid an dieser Stelle und danke dafür über dieses Ende zu schreiben und die Begleitung und deine Gefühle dabei. Tod gehört in unser Leben und wir grenzen ihn dermaßen aus unserer Gesellschaft aus. Auch ich selber tue mich mit der Begleitung schwer und finde es den schwersten Moment im Leben oder die schwerste Phase. Einem geliebten Menschen Würde und Kraft für die letzten Momente zu geben und ihn frei zu lassen und ihm nicht den eigenen Kummer aufzubürden…. wir müssten damit eher umgehen lernen um nicht dauernd so viel vor uns und den Gefühlen davon zu rennen.

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