Glücklich geschieden

Ich: Wann kann ich es endlich allen erzählen und mich besaufen und feiern?

Chef: Wie schnell kannst du hier sein? Es ist eben alles gekommen.

Ich: Verdammt, ich bin noch nicht geduscht.

 

Entgegen dem Glauben mancher Twitterer ich wolle mit dem Chef in der Mittagspause einen Quickie schieben, habe ich soeben eine Unterschrift getätigt, die 15 gute gemeinsame Jahre beendet.

Fot des Auflösungsvertrages Vor 15 Jahren kam ich zufällig zur DeTeMobil und zufällig traf ich auf einen Vorgesetzten, der mich trotz Überqualifikation in der IT einstellte.Von IT hatte ich keinen Schimmer, wollte da aber hin, hatte aber Tibetologie studiert. Auch schön. Aber für die Deutsche Telekom eher irrelevant 🙂

In den 15 Jahren habe ich unglaublich viel gelernt. Über mich (ja, auch über den Mobilfunk und die IT, aber das wird hier nicht Thema werden).

Wie reagiere ich auf positiven Stress und wie auf negativen?

Kann ich Geheimnisse für mich behalten oder nicht?

Wie gehe ich mit privaten Infos über andere um?

Wie gehe ich mit Überlastung meiner Arbeitskollegen um?

Bin ich ein Gruppenmensch oder nicht?

Wie sehr kann ich anderen berufliche Erfolge gönnen?

Wie beschaffe ich mir Informationen?

Wie sehen meine Arbeitsabläufe in der Praxis aus?

Wie lebe ich Integration in Teams?

Warum wirke ich auf andere manchmal aggressiv, obwohl ich es doch nach meinem Empfinden nicht bin?

…. uvm. das mir nun gerade nicht einfällt, was weil ich so aufgewühlt bin.

 

15 Jahre heisst auch, dass man unzählige Kollegen kennenlernen durfte, die man sehr schätzt. Die finden hier keine Erwähnung, aber sehr wohl in meinem letzten Blogbeitrag in unserem internen Firmennetzwerk, welches auch mein letztes Projekt war.

Und einige Kollegen sind meine besten Freunde geworden und bleiben in meinem Leben, weil die Verbindung mittlerweile auf einer ganz anderen Ebene ist. Andere sind eh schon lange weg und der Kontakt ist trotzdem da.

Den Dienstrechner und Diensthandy abzugeben löste in mir nur Wellen der Erleichterung aus, denn wie in vielen Firmen ist manchmal das Empfinden für „funktionierende Soft- Hardware“ beim Nutzer anders als beim Arbeitgeber vor allem, wenn der Nutzer wie in meinem Fall zuhause nur das Neueste vom Neuesten hat 🙂

Die Zugangskarten abzugeben tat mir schon mehr leid, weil ich nun leider keinen Zugang mehr zu den Tiefgaragen habe. Die habe ich privat auch sehr gerne genutzt in Bonn, wenn irgendwo Großevents waren und gerade ein Standort in der Nähe war …

Der Starbucks ist öffentlich und 3 Minuten von meiner Wohnung entfernt und bleibt somit ein Lieblingssonnenplatz von mir mit Wind und Trubel und vielen Menschen die ich kenne.

Jetzt sind 15 Jahre zuende und es gibt noch nicht mal Zeit für Urlaub, da ich neben Bonn geht essen , das immer größer wird, wahrhaftig am 05.05. schon mein neues Arbeitsverhältnis beginne.

Ich gehe zu Chefkoch. Ja, genau … die, die immer im Internet erscheinen, wenn man ein Rezept sucht. Gehören zu Gruner&Jahr, vergrößern sich und ich werde Head of Community und unterstütze dann bei der neuen Strategie und Ausformung und Umsetzung des Bereichs. Bevor jetzt alle fragen, wohin ich denn nun umziehen werde: die sind in Bonn 🙂

Als ich gemeinsam mit Chefkoch das Foodcamp im Februar durchführten, wussten wir das noch nicht, aber was ich da machte gefiel Chefkoch wohl ganz gut und so traten wir in Verhandlungen und wie ihr hier lesen könnt, hat alles geklappt.

Im Ernst: wer mich kennt, der weiß, dass das aktuell viel besser in mein Leben passt. Mit „Bonn geht essen“, den Gastrokritiken, den Interviews, dem Interesse an der Herkunft von Essen und vielem mehr in dem Bereich, sehe ich es als die logische Weiterentwicklung in meinem Leben. Nach wie vor ist Social Media in Form von Community Management ein wichtiger Bestandteil meines Arbeitslebens und nun in Kombination mit meinem Lieblingsthema: irgendwas mit Lebensmitteln und Essen 🙂

15 wichtige Jahre gehen gut zuende und es kommen noch so viele tolle Jahre und ich bin eigentlich nur aufgeregt, wenn ich daran denke, was ich noch alles in diesem Leben machen kann und machen will.

Goodbye Telekom und welcome Chefkoch, heisst es nun in meinem Leben.

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