Das 1. Bonner Pecha Kucha – Potential vorhanden

Freitag abend, 20:20 Uhr, endlich fängt das erste Pecha Kucha in Bonn an. Ich bin total aus dem Häuschen, denn Pecha Kucha ist genau mein Format. Bevor noch andere wie S. F. denken, dass es sich um ein neues Fitnessformat handelt, eine kurze, praktische Erklärung zu Pecha Kucha: Ein Thema wird von einem Vortragenden mit Power Point Folien präsentiert, jedoch ist er streng limitiert auf 20 Folien (ooooh), die jeweils nach 20 Sekunden automatisch weitergeschaltet werden. Im Vorfeld werden also alle Präsentationen mit den 20 Sekunden automatisiert und sollte ein Vortragender seinen Folien nicht herkommen, dann kann das witzig werden oder peinlich. Liegt am Vortragenden 🙂

Ich twittere seit vielen Jahren und bekenne mittlerweile öffentlich, dass ich keine lange Aufmerksamkeitsspanne mehr habe. 140 Zeichen wie bei Twitter müssen reichen um meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ein Thema vertiefen tue ich gerne mal in 20×20 (also einem Pecha Kucha) und nur wenige Themen, die meine Leidenschaften nähren, schaffen es, dass ich mich auf mehr konzentriere.

Meiner Meinung nach ist Pecha Kucha DAS Format für Twitterer.

Genau 1 Tag vor dem PechaKucha erfuhr ich überhaupt erst davon, weil eine Freundin den Hinweis aus der Zeitung ausschnitt und parallel noch eine Beamtin einer Finanzbehörde mich per email drauf hinwies. Das irritiert mich schon. Nicht die 952 Bonner Twitteraccounts brachten diese Info rüber und auch nicht die mittlerweile 210 Bonner Blogs, die in den Feed von Bonnerblogs laufen. Keine Info vom Social Media Club Bonn oder der Social Bar … irgendwie hatte ich das Gefühl … da findet ein für die Social Media Szene typisches Format statt, aber niemand hat sie informiert.

Ich schmollte noch kurz vor mich hin, denn nun konnte ich nicht den legendären „Buddhismus in Sibirien“ Pecha Kucha „meinen“ BonnerInnen zeigen, sondern war nur Publikum. Da kennen die Aachener und Kölner den Vortrag und die Bonner … <schluchz>

PS. Der Organisator rief mich noch an, dass es technische Probleme gegeben hätte und mein Vortrag deswegen auch zu spät bei ihnen angekommen sei. Aber ich bin notiert für November, weil er total interessant findet zu erfahren, wie meine Polenreise plötzlich in buddhistischen Klöstern in Sibirien endete 🙂 Dafür schon mal Danke und ich freue mich jetzt schon!

Trocken campen in der Bonner Südsee
Trocken campen in der Bonn Südsee

Nun saß ich also im recht vollen BaseCamp und merke, dass es ein geiler Abend wird, egal was falsch läuft oder wie schlecht die Vortragenden sind. Das liegt einfach daran, dass dieses Format wie die Faust aufs Auge in das BaseCamp passt. Grandios! Das Basecamp ist eine alte Lagerhalle (hier lagerte mal eine Bäckereikette ihre Sachen) in der heute 16 Wohnwagen beheimatet sind. In diesen 16 Wohnwagen kann man sehr günstig übernachten und die Mottowagen sind einfach herrlich und liebevoll dekoriert und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass man hier einfach weit im Voraus sehr ausgebucht ist. Darüber hinaus findet hier so manch cooles Event statt!

Dazu draußen das Pappsatt mit den Biobuns, selbstgemachtem Kechup und eben einfach geilen Burgern etc. und so war es fast nicht verwunderlich, dass viel mehr Besucher kamen, als ich erwartet habe. Erstaunlicherweise sogar mehr Ältere wie Studenten. 60:40?

Unten war es voll, aber es gibt dann noch die Empore auf der Sonst das Frühstück ist und man zusammen noch sitzen kann in der Lagerhalle und auch die war voll.

Und dann folgten 3*4 Vortragende mit kurzen Pausen. Es gefällt einem nicht alles, entweder, weil das Thema an einem vorbei geht oder leider, weil der Vortragende oder auch die Vortragende einfach extrem langweilig ist. Das gab es natürlich auch hier und Frau Hoelle twittert in meinen Augen passend:

Screenshot 2014-04-12 13.40.26

Und das war Bianca Fuhrmann mit dem Vortrag „Was sie von Zombies für ihre Projekte lernen können“ oder auch tot, töter, am Tötesten. Da habe ich herzhaft gelacht. Sie nimmt die Bühne komplett ein und ist dort nicht verloren, ihre Arme arbeiten sich in dramatischen Zombigesten durch die Luft, die Augen funkeln auch für mich auf den hinteren Plätzen noch erkennbar und sie ist einfach voll in ihrem Element. Sie bringt ein „Businessthema“ in Kombination mit einer Leidenschaft auf die Bühne und das macht Spaß.

Genau sowas will ich. Langweilige Produktverkäufer, die nicht wissen, wie man eine Bühne nutzt, brauche ich einfach nicht. Und das Pecha Kucha war beim ersten Mal wirklich ein bißchen vertreterlastig. Oder wie Frau Hoelle sagt:

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Aber ich denke, dass die Kritik bei den Organisatoren ankommt und am Ende ausgewertet wird und man dann schaut, was man ändern kann, denn, ich wiederhole mich: Format, Organisation, Location, Spendenaufruf und wenige Vorträge waren GROSSARTIG!

2 weitere Vorträge führten im Publikum einmal zu Schweigen und Nachdenklichkeit im Falle von Katharina Opalka und ihrem Vortrag zur Demut über die sie gerade promoviert. Tosender Beifall, dem ich mich scheinbar als Einzige nicht anschließen konnte. Unterschiedliche Sichtweisen sind ja zum Glück erlaubt 🙂

Erotik soll das Cover etwas aufwerten
Erotik soll das Cover etwas aufwerten

Der Beitrag von Jens Stuhldreier muss erlebt werden. Der Titel lautet: „Die schlechtesten Cover meiner Plattensammlung – erotisch präsentiert“. Grandios. Hier hat einer verstanden, was Bühne ist und dies grandios umgesetzt in einem Comedyformat. Und Comedy können nur so wenige, weil man sich dafür einfach komplett entblößen und lächerlich machen muss. Der berühmte Mut zur Hässlichkeit. Und den Mut hat Jens!

Die eh schon grottigen Cover, die er in seiner Plattensammlung ausgräbt, setzt er erotisch in Szene. So in etwa stelle ich mir Ruhrpott-Erotik im Swingerclub bei Chantalle vor. FANTASTISCH!

 

Beim Durchlesen der RednerInnen und Twitterer blieb nur noch anzumerken:

Screenshot 2014-04-12 13.55.42

Da ich mich ja mit Essen gut auskenne, nehme ich dieses einmal als Beispiel um Saschas Bemerkung zu erklären: wir hören was zu Guerilla Cooking in Köln was auch interessant war, aber ich frage mich, warum niemand aus der Bonner Foodszene genommen wurde? Da ist mein Lokalpatriotismus zu erkennen, denn ich finde, dass wir Bonner nicht dauernd nach Köln schielen müssen und nur Kölner Musiker und Künstler sind toll. Ne, wir haben auch ne Menge und man kann die Bloggerszene ja zum Beispiel auf den BonnerBlogs finden (210 Bonner Blogs!). Warum promoten wir auf „Bonner“ veranstaltungen nicht auch Bonner, wenn es da was Gutes gibt?

Es gibt also in Bonn das neue Portal Bonn geht essen und es gab im Februar das Bonner Foodcamp gemeinsam mit z.B. Chefkoch, die auch in Bonn sitzen und es gibt nun den 1. Bonner Foodblogger Stammtisch und daneben gibt es viele interessante ehemalige Startups (True Fruits, Shokomonks) oder Gourmethändler und Gewürzschulen, die alle viele unterschiedliche und verrückte Dinge hätten erzählen können.

 

Jetzt aber genug der Kritik und noch mal ein Danke an Holger und Melanie, denn ich möchte meine Kritik nur positiv verstanden wissen, damit das nächste Pecha Kucha komplett unser Bundesdorf rockt und einfach geil, geiler, am Geilsten wird 🙂

Ich bin bereit für den Vortrag und wenn ihr den Kontakt zu Bonnern und Bonner Bloggern, Twitterern, Social Media  etc. braucht, dann sprecht mich an, ich behaupte, dass ich ganz gut vernetzt bin 😉 Und meine Bühnenpräsenz könnt ihr euch online anschauen.

SAVE THE DATE
SAVE THE DATE

 

PS: ein Storify mit 2 Instagram Fotos und einigen Tweets hab ich schon heute morgen gemacht und ihr könnt es euch gerne mal anschauen

 

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