Schweine-Bananen Curry

Die Futterqueen ruft zu einer Blogparade zum Thema Lieblingsessen auf. Ein Gericht, das einem einfällt, wenn man an seine Kindheit denkt.

Da gibt es ganz viele Gerichte bei mir. Freitags gab es immer was Süßes und da war Apfel-Haferflockenauflauf mein Liebstes. Dann machte meine Mama oft einen Grünkernauflauf, den ich sehr liebe. Natürlich ist auch Mutter`s Bolo die Beste 😀 und eines meiner Lieblings-Resteessen sind Makkaroni mit Ei und Schinken und Petersilie. Zudem haben wir das natürlich beste Familienrezept für Semmelknödel.

Aber … es gibt da noch dieses eine Rezept, dass eigentlich kein Rezept und kein Essen ist, sondern die krudeste Selbsterfindung meiner Mutter und auch heute mit 80 Jahren kocht sie es noch am Geburtstag der Kinder und wir wünschen es uns auch immer noch: wir nennen es Schweine-Bananen Curry.

Man muss dazu sagen, dass meine Mutter nach meinem Gefühl nicht nur der erste Öko Deutschlands war, sondern auch die erste Currykocherin Deutschlands.

Das soll heißen: ich bekam  1973 schon Öko-Körnerbrötchen von ihr gebacken, da gab es in Deutschland noch keine Bioläden und keine Körnerbrötchen. Und Curry gab es da auch noch nicht bei Tante Emma zu kaufen. Aber meine Mutter hatte von Curry gehört, hat eine Idee von „scharf und mit Früchten“ im Kopf und machte dann folgendes:

Schweinefiletmedaillons braten und aus der Pfanne nehmen.

Die Pfanne nun mit ordentlich Sahne aufüllen. In die Sahne dann folgendes geben: Salz, Chili, Kardamom, Knoblauch, Ingwer, Nelken. Etwas kochen und einreduzieren lassen und dann noch geviertelte Bananen in die Sauce geben und mitkochen, damit sie etwas weich werden und dann Reis zu dem ganzen servieren.

Ja, jeden Inder wird es gruseln, aber 1973 als ich im Besitz von Zähnchen war und begeistert auf allem rumkaute, war das ein Highlight. Auch mit 12 Jahren, wenn ich in der Schule erzählte, dass es bei uns heute Curry gibt, wurde ich irritiert von Mitschülern angeschaut, denn auch 1981 kochte das noch keine Hausfrau.

Das man in Indien niemals irgendwo Sahne an ein Gericht tut und Curry auch aus weiteren Zutaten besteht: egal. Für uns war das damals Curry und sehr besonders.

Ich hab es aber nur ein bißchen angepaßt und wer erfahren im Curry machen ist, der macht einfach seine eigene Sauce dazu, wie sie ihm schmeckt.

Hier meine Zutaten, wie ich es am Montag kochte für 2 Personen, damit ich es endlich mal für den Blog fotografieren kann:

Zutaten

Zutaten für 2 gute EsserInnen:

  • 1 Schweinefilet
  • 150g Reis
  • 2 Anis
  • 3 Nelken
  • Koriander (4 Stängel)
  • 10 Kardamom Kapseln
  • 1 kleines Stückchen Ingwer
  • 1 dicke Knoblauchzehe
  • 5 schwarze Pfefferkörnchen
  • Saft einer halben Zitrone
  • 250ml Sahne
  • 150ml Wasser
  • Schuß Weisswein, wer möchte
  • 2 Bananen
  • ordentlich Salz
  • 2 gut gehäufte TL Currypulver

Wer fertige Gewürze benutzt (hier der gemahlene Curry), sollte darauf achten, dass diese dunkel und trocken gelagert  werden und vor allem auch nicht Jahre alt sind. Nach 1 Jahr einfach mal alles wegschmeißen und neu kaufen. Das macht einen gewaltigen Unterschied beim Geschmack.

Reis aufsetzen mit der doppelten Menge Wasser, wie man Reis benutzt. Aufkochen lassen, die 2 Anis und 3 Nelken dazugeben und etwas Salz und dann den Herd ausdrehen und nun den Reis 20 Minuten ziehen lassen. Er ist gut, wenn das Wasser weg ist 🙂 Ihr könnt ihn auch mit Deckel in euer Bett stellen unter die Bettdecke. Dann wärmt im Winter das Bett direkt vor.

Die Zwiebel in Streifen schneiden und anbraten und zur Seite stellen. Wir geben sie später in den Reis oder über den Reis.

Schweinefilet in Medaillons schneiden. Auf beiden Seiten anbraten und dann bei 60 Grad in den Ofen, wo wir es warm halten.

Jetzt schütte ich in die Pfanne die Sahne, dann Wasser und einen Schuß Wein. Warte bis das ganze aufkocht und gebe dann die gemörserten! Gewürze dazu. Natürlich ist Kardamom etc. schon im Curry. Ich verstärke hier nur meine Persönlichen Vorlieben und die beinhalten u.a. Kardamom und Knoblauch. Koriander gebe ich erst  auf das fertige Gericht, damit auch für die Optik noch was grün dabei ist. Wer keinen Koriander mag, nimmt für die Optik halt etwas glatte Petersilie.

Jetzt das Ganze ein bißchen köcheln lassen.

geviertelte BananenAm Ende die geviertelten Banananen in die Sauce geben und etwas mitköcheln bzw. -ziehen lassen, damit sie weich werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Reis anrichten. Fleisch daneben legen. Sauce mit Bananen wie gewünscht daneben und fertig:

Schweinefilet mit Bananencurry

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