2 Jahre ist es her …

Heute ist mein persönliches Neujahr, dass ich nun schon zum zweiten Mal feiere. 2 Jahre sind bereits vergangen. 2 Jahre, die ich mir noch am Weihnachtsmorgen jeweils ganz anders vorgestellt hatte, als sie dann im Laufe des Jahres wurden.

Vor zwei Jahren sind diese Schweine bei mir eingebrochen. Menschen, die selber nix haben, herangezogen werden um in Banden dann große Diebstahlsrundtouren zu machen über die Feiertage und sich einen Teil meines Besitzes genommen haben. Ausgleichende Gerichtigkeit? Du hast viel, wir haben nix?

Die Versicherung war für alle materiellen Verluste da, aber psychologische Unterstützung …. ? vergesst das. Man hat eine akute Paniksituation, aber nirgendwo gibt es Psychoärzte, zu denen ich wie zu meinem Hausarzt gehen kann und in einer Notsituation halt lange warte, aber in jedem Fall noch dran komme. Der Anruf beim Weißen Ring war nur insofern hilfreich, als dass ich dort erfuhr, dass es in den Landeskliniken eine Notambulanz gibt für Psychotherapeutische Hilfe. Lasst uns ehrlich sein: Landeskliniken hört sich nett an, ist aber de facto das, was im Volksmund Irrenanstalt heißt und dort hin zu gehen, war für mich durchaus eine Überwindung. 5 Stunden warten, aber dann mit jemandem reden können und mir Bestätigung für meine nächsten Schritte holen.

Nein, ich habe mir keine Psychopharmaka verschreiben lassen von denen, sondern „nur“ moralische Unterstützung geholt und danach wirklich einen Generalsplan ausgearbeitet in dem ich zu jeder Zeit einen Freund/ eine Freundin hatte, die für mich 24h da waren und 2 Monate lang schlief immer jemand anders in meiner Wohnung, weil ich dort fast nicht alleine sein konnte.

Nie in meinem Leben habe ich Angst gehabt. Und dann war sie von einem Tag auf den anderen da. Und ich konnte mich nicht wehren. Hatte es nicht gelernt damit umzugehen, war hilflos. Freunde zu haben, die Geduld haben, unendlich viel Geduld und die dir auch das zehnte Mal zuhören, wenn du die immer gleichen Ängste vor ihnen ausbreitest (von dem Serienmörder, der unter meinem Balkon lauert) , sind das größte Glück in meinem Leben.

Leider habe ich nie gelernt mit Freundschaften gut umzugehen. Ich übe täglich mit euch und werde besser, aber ich bin noch nicht gut genug. Z.B. schäme ich mich, dass ich heute 4 Geschenke von FreundInnen vorfand und selber mal wieder nicht in der Lage war auch nur eines zu haben. Jetzt werden meine FreundInnen sagen: aber es ist doch nicht wichtig, dass du uns was an Weihnachten schenkst, wichtig ist doch, dass wir uns haben und das ist das eigentliche Geschenk füreinander da zu sein.

Ja, das stimmt. Aber in mir drin habe ich das Gefühl, dass ich so viele kleine Ideen gehabt hätte, wenn ich mich nur bemüht hätte, aber stattdessen muss ich ja meine eingebildeten Kardioschmerzen pflegen und hegen. (Komme mir deswegen unendlich dumm vor und kann es doch nicht verhindern.)

2011 war ein perfektes Jahr für mich gewesen. Gesunde Mutter, ich bin auf dem Jakobsweg gelaufen, in eine tolle neue Abteilung in der Firma gewechselt, neue Freunde langsam gefunden… es lief in so geregelten und für mich auch schönen und angenehmen Bahnen. Und am 24.12. gegen 19 Uhr meinten diese Einbrecher mir dieses Leben nehmen zu müssen. Für sie ist es eine materielle Nummer gewesen, für mich das Gegenteil. Ich lernte Ängste kennen, Todesängste… ach … ich habe schon viel drüber geschrieben und konnte das Jahr wieder glücklich abschließen, weil ich alle Ängste überwunden habe und der Einbruch keinerlei Rolle mehr in meiner Tagesplanung spielt.

Man glaubt also, dass es 2013 wieder Bombe da weitergeht, wo man 2011 aufgehört hatte und dann entpuptt sich 2013 als emotionales Horrorjahr, welches mir bewußt macht, dass es wohl noch viel in meinem Leben gibt, dass nicht verarbeitet ist und mir bisher in keinster Weise bewußt war. Da muss ich nun dran, wenn ich will, dass meine zB. eingebildeten Kardioschmerzen und die damit verbundene Todesangst aufhören.

Erneut muss ich mich also in 2014 mit Ängsten beschäftigen. Ein Thema mit dem ich eigentlich so wenig Erfahrung habe. Aber irgendwas muss ich da scheinbar lernen. Und ich bin froh, dass es Menschen in meinem Leben gibt, die sich Freunde und Freundinnen nennen lassen und mir zur Seite stehen und mich an ihrer Seite stehen lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.