Spieglein, Spieglein… wer ist die Älteste?

Wußtet ihr, dass 13 Städte in Deutschland untereinander konkurieren, wer von ihnen die Älteste ist?

Es gibt deshalb keine amtliche Anerkennung, weil man sich noch nicht darauf einigen konnte, was denn nun genau die Kriterien für eine Stadt und was für eine Siedlung sind und zählt ein festes Heerlager schon als Stadt oder Siedlung oder eben nicht?

Um es mit Facebook zu sagen: es ist kompliziert.

Bonn_ErmekeilkaserneAber zum Glück gibt es dafür Historiker oder Soziologen oder bestimmt irgendein anderes tolles Fach in dem Experten darüber philosophieren können.

Bonn gehört nun zu einer der 13 Städte, die einen Anspruch darauf erheben die älteste Stadt zu sein. Bei der nicht vorhandenen Vision der Stadtoberen für diese Stadt/Region, würde uns der Titel aber auch nichts bringen.

Aber kommen wir nun zu meiner ekeligen Leidenschaft: Listen. Ich bin so eine kleine Listenfetischistin. Ich mache von allem und über alles Listen. Ja, ja … lacht ruhig 😉

Also machte ich eine Liste der Bonner Stadtteile (Viertel) um einmal zu schauen, wie viele Viertel ich denn schon abdecke mit meiner zweiten Leidenschaft: Essen gehen. Aber als Erstes blieb ich daran hängen, dass es 51 Bonner Viertel gibt. (In meiner Liste habe ich mir erlaubt die „Altstadt“ hinzuzufügen, die es ja offiziell nicht gibt).

51 Viertel! Ich meine… WTF? Wir haben doch nur 300.000 EinwohnerInnen.

Stadtgeschichtlich betrachtet, ist es dann aber eigentlich recht schnell erklärt. Das heutige Bonn besteht aus ehemals 4 Städten: Bonn, Beuel, Hardtberg und Bad Godesberg. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurden diese 4 Städte nachdem Bonn zur Hauptstadt und dem Regierungssitz wurde, vereinigt und daraus die Stadt Bonn mit den 4 Stadtbezirken gemacht.

Als frühere einzelne Städte hatten natürlich alle ihre historisch gewachsenen Viertel und als Bonn dann zusammengeführt wurde nach und nach, reformierte das niemand und so kam es dazu, dass wir heute die Bundesstadt sind mit 4 Stadtbezirken und 51 Ortsteilen.

Meine tolle Liste „Wie viele Viertel decke ich denn nun schon ab“, führte dann zu dem ernüchternden Resultat, dass ich von 51 Vierteln gerade mal 20 abgedeckt habe und das große Viertel „Gronau“ (Regierungsviertel, Post und Telekom sind hier) wird dabei nur mit der Telekom Kantine in die übrigens jeder kann, abgedeckt …. peinlich bei so einem großen Viertel. Nun ja …

In diesem Moment wurde mir klar, dass Testessen durchaus auch in Stress ausartet.

Mir fehlen 31 Viertel. 31! Das ist nicht realistisch, dass ich das in 1 Jahr schaffe, weil ich natürlich in Gesellschaft essen gehen möchte, weil sich nicht genügend Menschen melden, die mitgehen wollen und weil in manchen Vierteln die Auswahl auch nur ein Pizzalieferdienst oder eine Kantine ist oder eine extrem Eiche-rustikal ausgestattete Kneipe mit Essen. Da muss ich durch 🙂

In einigen Vierteln habe ich aber spontan auch gar nix gefunden, was man testen könnte: Geislar, Küdinghoven und Ückesdorf und in Buschdorf habe ich nur einen Pizzalieferdienst gefunden. Wenn jemand was weiß, dann gerne Info an mich. Ansonsten werde ich dort in den nächsten Monaten mal durchfahren und schauen, ob ich irgendwas finde, denn es soll ja Sachen geben, die man in diesem Internet nicht findet.

Das sind wir also. Das Bundesdorf. Die Bezeichnung ist ja wirklich berechtigt. Wären wir nicht Regierungssitz und Hauptsstadt geworden, dann würde die „Stadt Bonn“ heute vielleicht eine ganz andere Grenze haben, als sie tatsächlich hat.

Ich selber wohne in einem dieser vollkommen vergessenen Dörfer am Rande. Holtorf. Also genauer: Niederholtorf. Oben auf dem Berg. Im Siebengebirge. Da wo die Dachse und Rehe und der Rotmilan sind und auch wilde Seemuscheln!

Aber das würde hier zu weit führen und so begebe ich mich nun zur Ruhe und freue mich in einem dieser Dörfer zu wohnen, die zu einer Großstadt gehören und vielleicht sogar zur ältesten Stadt Deutschlands.

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